IBCA, BCA, USBCA: Die Verbände, die das Schach für Blinde am Leben erhalten
Die IBCA (International Braille Chess Association) gilt als internationaler Dachverband für Schach für Blinde und Sehbehinderte und steht in Verbindung mit der FIDE. Ihren eigenen Angaben zufolge zählt sie rund 60 Länder. Die Braille Chess Association (BCA) aus dem Vereinigten Königreich wurde 1932 ins Leben gerufen, die USBCA aus den USA 1967. In Frankreich kümmert sich die AEPA seit 1957 um Schach für Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Für Leserinnen und Leser aus Österreich ist der Österreichische Schachbund (ÖSB) der richtige Ansprechpartner für Vereinsfragen im eigenen Land.
Die IBCA im weltweiten Maßstab
Auf ihrer Webseite präsentiert sich die IBCA als oberste Instanz für Schach für Blinde und Sehbehinderte, die der FIDE untersteht. Sie nimmt für sich in Anspruch, rund 60 Mitgliedstaaten zu vertreten. Wann genau sie entstand, hängt von der Quelle ab: Ein erstes, informelles Schritt war 1951 das internationale Fernschach-Turnier für blinde Spieler, das der Brite Reginald Walter Bonham auf die Beine stellte. Als eigentliches Gründungsjahr gilt laut Wikipedia und FIDE 1958, als das Verband erstmals ein Turnier vor Ort ausrichtete. Die Anerkennung durch die FIDE setzt Wikipedia auf 1964 fest. Zudem arbeitet sie eng mit der IBSA zusammen, dem internationalen Sportverband für Blinde.
Zu den wichtigsten Wettkämpfen zählen die Mannschaftsolympiade sowie die Weltmeisterschaften in den Kategorien Einzel, Damen, Junioren und Mannschaften. Laut den Angaben der IBCA und der FIDE fand die Olympiade im Oktober 2021 auf Rhodos (16. Ausgabe) statt, und die 17. Ausgabe wurde vom 16. bis 26. Juni 2025 in Serbien ausgetragen.
Die nationalen Verbände
| Verband | Land | Gründung | Aufgabe |
|---|---|---|---|
| IBCA | Internationale Ebene | Informell 1951, offiziell 1958 laut den Quellen | Weltweiter Dachverband, an die FIDE angebunden |
| Braille Chess Association (BCA) | Großbritannien | 1932 (laut eigener Webseite) | Nationaler Verband für sehbehinderte Schachspielende, offen für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen |
| US Braille Chess Association (USBCA) | USA | seit 1967 (so die Angabe ihres Präsidenten, Chess Life, 2014) | Nationaler Verband für Fernschach und Partien vor Ort |
| AEPA | Frankreich | 1957 | Fördert Schach für sehbeeinträchtigte Menschen; richtet die französische Meisterschaft gemeinsam mit der FFE aus |
In Frankreich: AEPA, FFE sowie die französische Meisterschaft
Die Association échiquéenne pour les aveugles (AEPA) ist ein französischer Verein, der 1957 ins Leben gerufen wurde, um das Schachspiel unter sehbehinderten Menschen zu verbreiten. Bereits seit 1972 richtet sie Turniere in Paris aus, und seit 1985 gehört ihr auch die Austragung der französischen Blindenmeisterschaft. Viele Jahre lang tritt sie bei den Wettbewerben der IBCA an. Die französische Meisterschaft im Schach für Blinde und Sehbehinderte 2026 wurde vom 14. bis 17. Mai 2026 in Saint-Jean-de-Braye im Département Loiret abgehalten. Für Leser aus Österreich sei erwähnt, dass der Österreichische Schachbund (ÖSB) bei Interesse an solchen Veranstaltungen im Ausland eine gute erste Anlaufstelle sein kann. Organisiert wurde das Turnier vom Comité départemental du Jeu d’échecs du Loiret (dem Departementalen Schachverband des Loiret) im Auftrag der FFE (Fédération Française des Échecs, dem Französischen Schachbund) und der AEPA.
Die FIDE und Spielende mit Behinderung
Die FIDE hat einen Zusatz zu ihrer Regelung für Spielende mit Behinderung veröffentlicht (Abschnitt E.02 ihres Handbuchs) und betreibt dafür eine eigene Kommission. Zur Schach-Olympiade werden traditionell drei internationale Verbände eingeladen: die IBCA (Blinde), die IPCA (körperliche Behinderung) und die ICCD (Gehörlose), die alle der FIDE angehören. Im Jahr 2020 richtete die FIDE selbst eine Online-Olympiade für Menschen mit Behinderung aus. Mehr dazu auf der Seite zu Wettbewerben im Behindertensport und Para-Schach.
Einen Verein in Ihrer Nähe finden
Wer regelmäßig spielen möchte, findet über einen Verein vor Ort oft den besten Einstieg. Le Palais des Échecs pflegt ein Verzeichnis der Schachvereine in Frankreich; daraus geht allerdings nicht hervor, ob jeder Verein blinde Spielende aufnimmt. Sinnvoll ist deshalb eine vorherige Kontaktaufnahme, bei der Sie die benötigte Ausstattung (taktiles Schachbrett, Ansage der Züge) beschreiben. Auch zu empfehlen ist die Seite über bekannte blinde Schachspieler. Wenn Sie aus Österreich kommen, lohnt sich ein Blick auf die Vereinssuche des ÖSB, denn Städte wie Wien, Graz, Linz, Salzburg oder Innsbruck haben eigene Klubs.
Häufige Fragen
Was genau ist die IBCA?
Die International Braille Chess Association versteht sich als führende Dachorganisation für Schach für Blinde und Sehbehinderte und ist an die FIDE angebunden. Auf ihrer Webseite ist von rund 60 Mitgliedstaaten auf vier Kontinenten die Rede. Außerdem heißt es dort, sie sei in Frankreich als Non-Profit-Organisation nach dem Gesetz von 1901 registriert.
Wann wurde die IBCA gegründet?
Hier gehen die Angaben auseinander. Informell entstand die IBCA 1951 durch ein Fernschach-Turnier, das R. W. Bonham veranstaltete; als offizielles Gründungsjahr nennen die FIDE und Wikipedia dagegen 1958. Die Anerkennung durch die FIDE datiert man auf 1964.
Welcher Verband vertritt Frankreich bei der IBCA?
Auf der IBCA-Webseite steht Frankreich zwar in der Liste der Mitgliedsländer, die französische Mitgliedsorganisation wird auf den von uns geprüften Seiten jedoch nicht genannt, weshalb wir keine als solche benennen. Der französische Verein AEPA, 1957 gegründet, tritt seit längerem bei den IBCA-Wettbewerben an und organisiert gemeinsam mit der FFE die französische Blindenmeisterschaft.