Schach bei motorischer Einschränkung: Magnetspiele, Zapfenfiguren und praktische Anpassungen
Wer trotz motorischer Einschränkung spielen möchte, braucht vor allem ein standfestes Set: Magnet- oder Zapfenfiguren, die beim Berühren nicht umkippen, eine rutschfeste Unterlage und Figuren, die sich mühelos greifen lassen. Oft ist ein Magnetschachbrett ein sinnvoller Einstieg, den man je nach Handkraft und Feinmotorik auswählt.
Worauf eine motorische Einschränkung im Spiel Einfluss nimmt
Motorische Einschränkungen zeigen sich ganz unterschiedlich: etwa als Zittern, als geschwächte Hand, als begrenzte Reichweite der Arme, bei Rollstuhlnutzung oder wenn ein Zeigestab nötig ist. Am Schachbrett sind es meist drei Handgriffe, die schwerfallen: eine Figur fassen, sie genau setzen und die Uhr betätigen. Die Anpassungen sollen genau diese Handgriffe sicherer machen.
Das Magnetspiel
Bei einem Magnetschach steckt in jeder Figur ein Magnet, und unter jedem Feld (oder unter dem Brett) sitzt ebenfalls einer. So bleibt die Figur auch stehen, wenn das Brett verrückt wird, wenn man unterwegs spielt oder wenn ein Zug nicht ganz genau ausfällt. Deshalb sind Magnetsets bei Reisespielen so beliebt. Le Palais des Échecs führt magnetische und klappbare Schachsets sowie magnetische Reiseschachsets. Dieser Ratgeber versteht sie nicht als Medizinprodukte: Achten Sie vor dem Kauf auf die Magnetstärke und darauf, wie sich die Figuren anfühlen.
Der Zapfen als Ersatzlösung
Der Zapfen kommt bei tastbaren Schachbrettern zum Einsatz: Die Figur wird in eine Bohrung gesteckt. Das verlangt mehr Präzision als ein Magnet, hält die Figur dafür aber fest in Position. Bei Zittern verzeiht ein Magnet oft mehr; für blinde Spielerinnen und Spieler ist der Zapfen unverzichtbar. Auf der Seite tastbares Schachbrett werden diese Entscheidungen näher erklärt.
Kriterien für die Auswahl
| Grad der Schwierigkeit | Empfohlene Anpassung |
|---|---|
| Figuren kippen um | Magnete oder Zapfen; rutschfeste Unterlage |
| Figuren lassen sich schlecht greifen | Breitere Figuren, beschwerter Fuß, gut griffige Form |
| Ungenaue Züge | Großzügige Felder, kurze Laufwege und Figuren, die beim Aufsetzen deutlich einrasten |
| Begrenzte Reichweite der Arme | Höhenverstellbares oder näher heranziehbares Brett, freie Tischfläche |
| Uhr lässt sich schwer drücken | Große Tasten; Bedienung an anderer Stelle montiert (je nach Modell zu prüfen) |
Spiel mit Unterstützung einer dritten Person
Bei Turnieren müssen alle Hilfen beim Versetzen der Figuren oder beim Betätigen der Uhr vorab mit Schiedsrichter und Veranstalter abgestimmt werden. Im Spiel unter Vertrauten ist der einfachste Weg, den Zug laut anzusagen und die andere Person die Figur setzen zu lassen. So bleibt das Spiel unterhaltsam.
Turniere und Organisationen
Die IPCA ist der internationale Dachverband der Schachspielerinnen und Schachspieler mit körperlicher Behinderung und steht in Verbindung mit der FIDE; mehr dazu auf der Seite zu den Wettbewerben im Behindertensport. Weitere Anpassungen behandelt die Seite zur angepassten Schachuhr. Österreichische Interessierte können sich außerdem an den Österreichischen Schachbund (ÖSB) wenden.
Häufig gestellte Fragen
Welches Schachset eignet sich bei motorischer Einschränkung am besten?
Ein Set mit fest sitzenden Figuren (Magnete oder Zapfen), in einer der Hand angepassten Größe, auf einer rutschfesten Unterlage. Entscheidend sind vor allem das Griffgefühl der Figuren und der Kraftaufwand beim Versetzen.
Ist ein Magnetbrett auch für Blinde brauchbar?
Nicht zwingend. Magnetische Figuren bleiben zwar stehen, besitzen aber oft kein Relief und keine Markierung. Blinde Spielerinnen und Spieler benötigen ein tastbares Brett (erhöhte Felder, gekennzeichnete schwarze Figuren), so wie es die FIDE-Regeln vorsehen.
Gibt es Turniere für Menschen mit körperlicher Behinderung?
Ja. Die IPCA ist der internationale Dachverband der Schachspielerinnen und Schachspieler mit körperlicher Behinderung und steht in Verbindung mit der FIDE; seit 2018 werden Wettbewerbe bei den Asian Para Games ausgetragen.